Niedersächsischer Wirtschaftsminister Althusmann besucht Wasserstoffregion Emsland

"Die idealen Standortvoraussetzungen zwischen Küste und Ruhrgebiet werden hier im Emsland optimal genutzt"

Die H2-Region Emsland und das Thema Wasserstoff standen im Mittelpunkt eines Besuchs des niedersächsischen Ministers für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Dr. Bernd Althusmann, am 2. Februar in Lingen. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten, Christian Fühner, und zusammen mit dem emsländischen Landrat Marc-André Burgdorf und Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone besichtigte der Minister das Gelände des RWE Gaskraftwerkes in Lingen. Die Delegation nutzte den Termin, um sich mit Frau Dr. Sopna Sury, der für Wasserstoff zuständigen Vorständin der RWE, über die Planungen und Projekte des Unternehmens im Bereich Wasserstoff auszutauschen. Dr. Tim Husmann, Geschäftsstellenleiter der H2-Region Emsland, berichtete von den Entwicklungen der weiteren Projekte in der Wasserstoffregion.

Lingen ist ein herausragendes Beispiel dafür, was Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam bewerkstelligen können, wenn sie eng und konstruktiv zusammenarbeiten – nämlich Vorreiter im Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft werden und damit den entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten. Die idealen Standortvoraussetzungen zwischen Küste und Ruhrgebiet werden hier im Emsland optimal genutzt. Dadurch bleibt die gesamte Wertschöpfungskette – angefangen bei der Erzeugung von Wasserstoff über die Speicherung bis hin zur Import-Infrastruktur – in einer Region gebündelt. Wie fortschrittlich und gut vernetzt dabei die einzelnen Projekte der RWE und anderer Projektpartner sind, beeindruckt mich im besonderen Maße

Dr. Bernd Althusmann, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung

Bei der anschließenden Führung über das RWE-Gelände besichtigten die Gäste die Bauflächen für die deutschlandweit erste wasserstofffähige Gasturbine im Industriemaßstab, die Baustelle für die entstehende TransHyDE Forschungsanlage und den Standort für die geplante 300-Megawatt-Elektrolyse-Anlage.

Christian Fühner erklärt: „Was hier im Bereich Wasserstoff und Energiewende auf die Beine gestellt wird, ist eine wegweisende Entwicklung mit einer hohen Bedeutung für das Land Niedersachsen. Die Verbindung von Verantwortung für Klimaschutz, Innovation und vor allem auch Kooperation setzt überregional Maßstäbe. Das Ergebnis dieses Prozesses kann man hier heute bei der RWE und bei den zahlreichen anderen Wasserstoffprojekten der Region beobachten. “

Landkreis bewirbt sich um HyPerformer-Förderung

Das Emsland ist mit seinen inzwischen über 15 innovativen Projekten einer der Spitzenreiter im Aufbau einer deutschlandweiten Wasserstoffwirtschaft. Weitere Projekte befinden sich in der Planung oder stehen sogar kurz vor dem Projektstart. Die strategische Ausrichtung für die Wasserstoffregion sei klar, sagt der Landrat des Emslandes, Marc-André Burgdorf: „Der Landkreis unterstützt die Aktivitäten in der Wasserstoffregion nicht nur, sondern gestaltet zusammen mit der Stadt Lingen die Entwicklung zur grünen Wasserstoffregion aktiv mit. Neben dem industriellen Sektor spielt auch die Wasserstoffmobilität eine wichtige Rolle in der emsländischen Wasserstoffstrategie.“

Hierzu entwickelte der Landkreis im Rahmen des Projektes „HyExperts: H2-Region Emsland“ ein Konzept für den Auf- und Ausbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft mit Fokus auf den Mobilitätsbereich. Im nächsten Schritt bewirbt sich der Landkreis um die HyPerformer-Stufe im HyLand-Förderprogramm des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr. Diese Förderstufe richtet sich konkret an Projektkonsortien, die bereits über Feinkonzepte zum Einsatz von Wasserstofftechnologien verfügen und nun einen Rollout der Technologie anstreben. Für die ausgewählten Regionen stehen jeweils 20 Millionen Euro in Form von Investitionszuschüssen zur Umsetzung der bereits bestehenden regionaler Konzepte zur Verfügung.

Die Motivation, die Stellung als Nukleus, also als einen Kernausgangspunkt der deutschlandweiten Wasserstoffwirtschaft, weiter auszubauen, sei sowohl bei den Unternehmen als auch bei den kommunalen Trägern groß, bestätigt Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone: „In Lingen wird Zukunft gemacht: In unserer Stadt schlägt das Herz der zukünftigen Wasserstoffinfrastruktur. Unternehmen wie RWE mit GET H2 und andere zeigen, wie die Energiewende nachhaltig und grün gelingen kann. “

Unterstützung durch das Land Niedersachsen wichtig für emsländische Projekte

RWE ist an mehreren Wasserstoffprojekten in der H2-Region Emsland beteiligt. Zu den bekanntesten zählen GET H2 und das vor kurzem gestartete Forschungsprojekt TransHyDE. Bei diesen Projekten liegt der Fokus auf dem Aufbau einer öffentlich zugänglichen Wasserstoff-Infrastruktur. RWEs Beitrag zu GET H2 liegt in der Errichtung einer Elektrolyseanlage mit insgesamt 300 MW Leistung auf dem Gelände des Gaskraftwerks Emsland. Eine erste 100-MW-Anlage soll bereits ab 2024 grünen Wasserstoff erzeugen, der über noch auf Wasserstoff umzustellende Leitungen industrielle Abnehmer im Ruhrgebiet versorgen soll. Darüber hinaus plant RWE auf seinem Kraftwerksgelände in Lingen ab 2024 den Testbetrieb einer der ersten wasserstofffähigen Turbinen im Industriemaßstab.

Viele dieser Projekte sind weit fortgeschritten. Für die Umsetzung seien aber noch regulatorische Hürden zu überwinden, betont Frau Dr. Sopna Sury, COO Hydrogen bei RWE Generation: “Lingen ist auf dem Weg, eine der Top-Adressen der deutschen Wasserstoffwirtschaft zu werden. Der hier produzierte Wasserstoff wird perspektivisch helfen, CO2 in der industriellen Anwendung zu reduzieren – eine der Kernherausforderungen der Energiewende. Dafür gilt es jetzt die Voraussetzungen zu schaffen. Ich bin dem Land Niedersachsen, dem Landkreis Emsland und der Stadt Lingen für die bisherige Unterstützung sehr dankbar. Das Land Niedersachsen ist darüber hinaus einer der wichtigsten potenziellen Fördergeber für GET H2.“

Auch Dr. Tim Husmann von der H2-Region erwartet von der neuen Bundesregierung eine klare Linie hinsichtlich dem weiteren Ausbau der Förderungen für industrielle, aber auch für kleinere, dezentrale Projekte: „Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft kann nur gelingen, wenn ganzheitlich gedacht wird. Es kommt darauf an, dass die Vielfalt der Projekte und ihr Zusammenspiel anerkannt und gefördert werden und zudem eine überregionale Verknüpfung der verschiedenen Ansätze erfolgt. Im Bereich Mobilität gehen wir nun den Schritt über die Grenzen der Region hinaus und setzen gemeinsam mit deutschen und niederländischen Akteuren das Interreg-Projekt NortH2West um. Bei dem Projekt geht es um die Verknüpfung der zentralen Verkehrsrouten im Sinne eines europäischen Wasserstoffkorridors.“  

Fotos: © RWE, © H2-Region Emsland 

v.l.n.r.: Oberbürgermeister Dieter Krone, Landtagsabgeordneter Bernd-Carsten Hiebing, Minister Bernd Althusmann, Landrat Marc-André Burgdorf, RWE-Vorständin Sopna Sury, Landtagsabgeordneter Christian Fühner und Heiko Eisert, Standortentwicklung RWE

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