Emsland / Grafschaft Bentheim, 07. Oktober 2026 – Wie kann die Versorgung künftiger Wasserstoff-Bedarfscluster in der Zukunftsregion Ems-Vechte sichergestellt werden? Dieser Frage gehen die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim im Rahmen des Projekts „Regionale H2-Infrastrukturen – Chancen- und Machbarkeitsanalyse“ nach. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ gefördert.
Beim Projektauftakt übergab Nikolaus Jansen, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, den Förderbescheid. Vertreterinnen und Vertreter regionaler Netzbetreiber, Stadtwerke, Wissenschaft und Handwerk kamen zum ersten Vernetzungstreffen zusammen.
„Dieses Projekt ist beispielhaft, weil es vorausschauend ansetzt: Die Region wartet nicht ab, sondern schafft frühzeitig die Grundlagen für ihre künftige Energieversorgung. Die geplanten T-Stücke waren ein wichtiger erster Aufschlag. Die H2-Chancen- und Machbarkeitsanalyse ist nun die logische Fortsetzung“, sagte Nikolaus Jansen.
Die Studie untersucht Möglichkeiten für eine zielgerichtete Wasserstoffversorgung in der Zukunftsregion Ems-Vechte, insbesondere auch abseits der entstehenden großen Infrastrukturen des geplanten Wasserstoff-Kernnetzes. Berücksichtigt werden aktuelle und zukünftige Energiebedarfe der regionalen Unternehmen, die im Rahmen einer Bedarfsumfrage erfasst werden. Im Fokus stehen sowohl Standorte in der Nähe des geplanten Wasserstoff-Kernnetzes als auch Kommunen und Gewerbegebiete abseits des Kernnetzes. Im Emsland und der Grafschaft Bentheim sind insgesamt 19 T-Stücke als Anschlussmöglichkeiten an das Kernnetz geplant.
„Lingen ist ein zentraler Wasserstoffproduktionsstandort, doch die Wertschöpfungspotentiale für die Nutzung, aber auch weitere Produktion, liegen in der gesamten Region. Mit den geplanten T-Stücken und der Kernnetzanbindung haben wir gute Voraussetzungen. Verteilnetzbetreiber und Stadtwerke spielen dabei eine Schlüsselrolle, um Infrastruktur und Bedarfe vor Ort zusammenzubringen“, betonte Ralf Hilmes, Leiter Wirtschaftsförderung Grafschaft Bentheim. „Auch für die Planung zukünftiger Gewerbegebiete bzw. -erweiterungen liefert die Studie wertvolle Ergebnisse für die Kommunen“, ergänzte er.
„Die Studie soll eine belastbare Grundlage für die Energieversorgung der Zukunft schaffen – für Unternehmen im Emsland und in der Grafschaft Bentheim gleichermaßen. Ziel ist es, das Thema Energie gemeinsam weiterzudenken und Perspektiven für Unternehmen und Kommunen zu entwickeln – und dabei die Potenziale für weitere Wertschöpfung fest mit im Blick zu behalten“, ergänzte Martina Kruse, Leiterin Wirtschaftsförderung Landkreis Emsland.
Unternehmen sind gefragt
Die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim bitten Unternehmen in der Zukunftsregion Ems-Vechte um ihre Rückmeldung: Welche Energiebedarfe bestehen heute und künftig? Wo kann Wasserstoff eine Rolle spielen, und welche Hürden bestehen bei der Umstellung auf klimafreundliche Energieträger? Hierfür wurde eine Online-Befragung entwickelt, deren Ergebnisse in die H2-Chancen- und Machbarkeitsanalyse einfließen. Auch Unternehmen, für die Wasserstoff derzeit noch kein konkretes Thema ist, können teilnehmen. Die Angaben helfen dabei, künftige Energie- und Wasserstoffbedarfe sowie Anforderungen an geeignete Versorgungsoptionen in der Region einzuordnen. Die Befragung läuft noch bis Ende Oktober 2026 unter: https://h2-region-emsland.de/bedarfsabfrage-zukunftsperspektiven/
Projektpartner der Studie sind die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim sowie die Energy Hub Emsland Entwicklungsgesellschaft. Ziel ist es, ein landkreisübergreifendes Gesamtkonzept zu entwickeln, das aufzeigt, wo künftig Wasserstoffbedarfe entstehen können und über welche Versorgungswege diese Bedarfe gedeckt werden könnten. Dabei wird insbesondere untersucht, wie potenzielle Abnehmer und Bedarfscluster an das Wasserstoff-Kernnetz angebunden oder durch alternative Lösungen versorgt werden können. Die Ergebnisse sollen im Sommer 2027 vorliegen und konkrete Handlungsperspektiven für Unternehmen, Netzbetreiber und Kommunen liefern. Die Studie wird mit insgesamt rund 132.000 Euro gefördert: 40 Prozent durch die Zukunftsregion Ems-Vechte, 60 Prozent aus dem Zukunftsfonds Ems-Vechte (kommunale Mittel zur Kofinanzierung).
Die Zukunftsregion Ems-Vechte ist ein Zusammenschluss der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim. Sie gehört zu den 14 vom Land Niedersachsen anerkannten Zukunftsregionen. Ziel des Programms ist es, regionale Herausforderungen in Verbünden gemeinsam anzugehen.




