Lingen Green Hydrogen:
Großkomponenten erreichen den Standort
Lingen, 23. Juli 2026
In Lingen beginnt eine besonders sichtbare Phase der Baufortschritte am Großprojekt Lingen Green Hydrogen (LGH2): Die ersten vormontierten Rohrbrückenmodule für den geplanten 100-MW-Elektrolyseur sind planmäßig am Standort eingetroffen. Die rund 30 Meter langen und 100 Tonnen schweren Module werden künftig verschiedene Bereiche und Anlagenteile der Produktionsanlage miteinander verbinden.
Gefertigt wurden die Rohrbrückenmodule in Spanien. Von dort aus wurden sie per Schiff über den niederländischen Eemshaven bis nach Lingen transportiert. Mit der Ankunft der Rohrbrücken, die einen wichtigen Bestandteil der Infrastruktur des Elektrolyseurs abbilden, nimmt das Projekt nun auch für Außenstehende zunehmend konkrete Formen an. „Wer heute auf die Baustelle blickt, kann sehen, wie das Projekt Schritt für Schritt Wirklichkeit wird“, sagt Hamza Saritiken, Projektleiter von LGH2. In den kommenden Monaten werden weitere Großkomponenten angeliefert und auf dem Gelände montiert.

Einsatz des grünen Wasserstoffs
Die beeindruckenden Ausmaße der Bauteile vermitteln zudem einen Eindruck von der Größenordnung der entstehenden Anlage. Mit dem 100-MW-Elektrolyseur entsteht in Lingen die weltweit größte Anlage von bp zur Produktion von grünem Wasserstoff. Nach der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2027 soll die Anlage jährlich bis zu 11.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren.
Der erzeugte Wasserstoff soll künftig in der benachbarten bp-Raffinerie eingesetzt werden, wo Wasserstoff bereits heute eine wichtige Rolle in verschiedenen Prozessen spielt. Bislang wird der dort eingesetzte Wasserstoff auf Basis von Erdgas hergestellt und daher als „grauer“ Wasserstoff bezeichnet. Mit dem grünen Wasserstoff sollen künftig bis zu 25 Prozent des heute eingesetzten grauen Wasserstoffs ersetzt werden. Auf diese Weise kann das Projekt dazu beitragen, die CO₂-Emissionen am Raffineriestandort zu reduzieren und die Produktion nachhaltigerer Kraftstoffe zu unterstützen.
Darüber hinaus ist eine Anbindung an das entstehende Wasserstoffkernnetz vorgesehen. Dadurch eröffnet sich perspektivisch die Möglichkeit, auch weitere Industriekunden mit grünem Wasserstoff zu versorgen.

Lingen auf dem Weg zur Wasserstoffmetropole
Lingen entwickelt sich zunehmend zu dem zentralen Standort für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Aktuell befinden sich nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums vier Großelektrolyseure in Niedersachsen im Bau – zwei davon in Lingen. Neben dem 100-MW-Elektrolyseur von bp entsteht im Rahmen des Projekts „GET H2 Nukleus“ von RWE eine weiterer Elektrolyseanlage mit einer geplanten Leistung von insgesamt 300 Megawatt, die in drei Ausbaustufen realisiert werden soll.
Die Entwicklung Lingens zur Wasserstoffregion wird dabei durch mehrere Standortvorteile begünstigt. Die Nähe zur Nordsee und der Ausbau erneuerbarer Energien schaffen gute Voraussetzungen für die Versorgung der Elektrolyseure mit erneuerbarem Strom. Gleichzeitig stehen geeignete Industrieflächen für den Aufbau der Anlagen zur Verfügung.
Eine wichtige Grundlage bildet zudem die vorhandene und entstehende Infrastruktur. Mit dem Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes wird Lingen künftig an eine überregionale Wasserstoffinfrastruktur angebunden. So bestehen gute Voraussetzungen, den produzierten Wasserstoff sowohl vor Ort zu nutzen als auch perspektivisch weitere industrielle Abnehmer in der Region und darüber hinaus zu versorgen.
„Wir haben hier natürlich die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien, also Strom – insbesondere durch die Nähe zur Nordsee. Zugleich haben wir auf den entsprechenden Industrieflächen die Möglichkeit, Elektrolyseure zu bauen. Wir haben Wasser und, ganz wichtig, die entsprechende Infrastruktur: die Pipeline-Infrastruktur des entstehenden Wasserstoffkernnetzes.“
Dr. Tim Husmann, Geschäftsstellenleiter der H2-Region Emsland
Hier geht es zur Pressemitteilung von bp und einem Beitrag vom NDR:
Großkomponenten erreichen den Standort | Presse | bp in Deutschland
Wasserstoff-Produktion: Riesige Module in Lingen angeliefert | ndr.de