Das Emsland im Wasserstoff-Kernnetz:
Anschlüsse und Vorhaben
Lingen, 14. Februar 2025.
- bis 2032 rund 9.000 Kilometer Wasserstoffnetz
- davon 1.800 in Niedersachsen geplant
- bereits dieses Jahr sollen die ersten 15 von 150 Kilometer im Emsland in Betrieb gehen
Die Bundesnetzagentur plant bis 2032 ein rund 9.000 Kilometer langes Wasserstoffnetz in Deutschland, davon allein 1.800 Kilometer in Niedersachsen und 150 Kilometer im Emsland. Die ersten 15 Kilometer des emsländischen Netzes sollen im Rahmen des GET H2-Projekts bereits 2025 in Betrieb gehen. Das Kernnetz bildet das Rückgrat der deutschen und europäischen Wasserstoffwirtschaft und ist ein entscheidender Schritt für den industriellen Wandel. Was der Aufbau des Kernnetzes für die Unternehmen im Emsland bedeutet und welche Schritte jetzt zu gehen sind, lesen Sie hier.

Dass das Emsland eine besondere Rolle für die bundesweite Wasserstoffversorgung spielt, betonte Olaf Lies im Gespräch mit den emsländischen Wasserstoff-Akteuren: „Das Hydrogen Valley Emsland erfüllt alle Voraussetzungen, um ein Vorbild für andere Regionen in Niedersachsen und ganz Deutschland zu werden. Lingen hat das Potenzial, nicht nur einer der größten Produktionsstandorte für grünen Wasserstoff zu werden, sondern ist auch ein Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation zwischen Landkreis, Kommunen, Verbänden und Unternehmen.“ Zahlreiche Projekte zum Bau von Elektrolyseuren und Wasserstoffpipelines sind im Hydrogen Valley Emsland bereits in der Umsetzung. Das Emsland gilt bundesweit als Pionierregion der Wasserstoffwirtschaft.
„Das Hydrogen Valley Emsland erfüllt alle Voraussetzungen, um ein Vorbild für andere Regionen in Niedersachsen und ganz Deutschland zu werden.“
Olaf Lies, Niedersächsischer Wirtschaftsminister Tweet
Herausforderungen und Chancen für emsländische Unternehmen
Auch wenn der Einsatz von Wasserstoff für viele Unternehmen erst in den kommenden Jahren – insbesondere bei sinkenden Wasserstoffpreisen – wirtschaftlich attraktiv wird, eröffnet der Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes bereits heute große Chancen für das Emsland. Kommunen, die sich heute für einen Netzanschluss entscheiden, schaffen mit einem Anschlusspunkt die Voraussetzung, den Unternehmen in ihrer Region den Zugang zu Wasserstoff zu ermöglichen. Sie stehen damit vor der Herausforderung, frühzeitig abzuwägen, welche Rolle Wasserstoff für ihre langfristige Entwicklung spielt. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist entscheidend, um sich auf die anstehenden Veränderungen der Energiewende vorzubereiten und die Ziele der Bundesregierung zur Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen.
Anschlusspunkte an das Wasserstoff-Kernnetz bieten nicht nur neue Chancen für bestehende Unternehmen, sondern erhöhen auch die Attraktivität der Kommunen für die Ansiedlung innovativer Unternehmen Insbesondere für Unternehmen, die auf nachhaltige Energiequellen angewiesen sind, stellt die Anbindung an das Wasserstoffnetz einen wichtigen Standortvorteil dar. Dies fördert die wirtschaftliche Entwicklung, schafft neue Arbeitsplätze und sichert langfristig das Wachstum der Region.
Damit diese Chancen nicht ungenutzt bleiben, müssen jetzt die notwendigen Anschlussstellen – so genannte T-Stücke oder „Autobahnabfahrten“ –geplant und realisiert werden. Ohne diese Anschlüsse würde die Pipeline zwar durch das Emsland verlaufen, aber die Unternehmen hätten zukünftig keinen direkten Zugang zu Wasserstoff. Nachträgliche Bohrungen in eine bestehende Wasserstoffpipeline sind derzeit technisch nicht realisierbar und würden in Zukunft zu erheblichen Mehrkosten führen. Zudem ist davon auszugehen, dass die Pipeline – solange keine redundante Wasserstoffleitung existiert – nach ihrer Inbetriebnahme nicht kurzfristig stillgelegt wird, um spätere Anschlusspunkte zu realisieren.
Aktueller Stand und Planungen: Netzanschlüsse im Emsland
Derzeit informiert die OGE (Open Grid Europe) in Dialogmärkten über den geplanten Leitungsbau im Emsland, der einen wichtigen Schritt für den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur darstellt.
Im Emsland wurden von der H2-Region in Zusammenarbeit mit den Kommunen mehrere Informationsveranstaltungen durchgeführt, bei denen die Wasserstofftechnologie und die Anbindung an das Wasserstoff-Kernnetz vorgestellt wurden. Dabei wurden der Wasserstoffbedarf und das Interesse der Unternehmen an lokalen Anschlussmöglichkeiten intensiv diskutiert. Ergänzend führte die H2-Region Emsland eine Online-Bedarfsabfrage durch, um den Wasserstoffbedarf der Unternehmen zu ermitteln und potenzielle Anschlusspunkte zu identifizieren.
Auf dieser Basis wurden die Wasserstoffbedarfe gebündelt, um gezielt Anschlussmöglichkeiten zu prüfen. Nach Auswertung der Ergebnisse werden derzeit Gespräche mit den Kommunen geführt, um das konkrete Interesse an einem vorläufigen Anschlusspunkt an das Wasserstoff-Kernnetz zu klären. Die vorläufigen Standorte der Anschlusspunkte sowie die zukünftige endgültige Entscheidung über den Anschluss erfolgen in enger Abstimmung zwischen den Fernnetzbetreibern, den Verteilnetzbetreibern und den Kommunen.
Zusammenfassend bedeutet dies für Unternehmen und Kommunen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich mit dem Thema Energieversorgung der Zukunft zu beschäftigen, um den Anschluss an die Energiewende und das Wasserstoff-Kernnetz nicht zu verpassen. Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Die geplante Wasserstoffinfrastruktur von 2025 bis 2032.